Die Initiative

Die Initiative STOLPERSTEINE erfurt“ gründete sich im Sommer 2024. Sie vereint verschiedene Personen der Zivilgesellschaft, die sich gemeinsam für ein breites, bürgerschaftlich getragenes Erinnern an die Opfer der NS-Diktatur in Erfurt einsetzen. Grundlage dafür ist ein Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2023. Dieser ermöglicht es, dass in Erfurt STOLPERSTEINE verlegt werden können.
Der Beschluss wurde maßgeblich durch Anregungen aus der Bürgerschaft und auf Bitten von Nachkommen der Menschen erwirkt, die dem nationalsozialistischen Terror in Erfurt in den Jahren von 1933 bis 1945 zum Opfer fielen. Sowohl die Stadt Erfurt als auch die BürgerStiftung Erfurt unterstützen die Initiative seit ihrem Entstehen aktiv.

Was sind Stolpersteine? 

Stolpersteine sind in den Boden eingelassene Gedenktafeln aus Messing. Sie werden in der Regel vor dem letzten frei gewählten Wohnort von Menschen verlegt, die Opfer der NS-Diktatur wurden.

Der Künstler Gunter Demnig initiierte dieses Projekt 1992 in Köln und bis heute gibt es über 115.000 Stolpersteine in fast ganz Europa (Stand 02/2025). Das Projekt Stolpersteine ist inzwischen zum größten dezentralen KunstDenkmal der Welt herangewachsen.

Jeder Stolperstein erinnert an das individuelle Schicksal eines Opfers. Zu den Opfergruppen zählen Menschen, die vom NS-Regime aufgrund ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen Religionszugehörigkeit, Herkunft, Lebensweise oder politischen Überzeugung ausgegrenzt und verfolgt wurden.

Erfurts erster Stolperstein – ein Zeichen des Erinnerns und des Engagements

Der jüdische Kaufmann Karl Klaar, geboren am 10. Juli 1890, betrieb in der Trommsdorffstraße 5 gemeinsam mit einem Partner die „Erfurter Tapisserie-Manufaktur Klaar und Schloß“. Ab 1930 war er mehrfach in Krankenhäusern und sogenannten Heilanstalten in Behandlung und wurde am 28. November 1940 im Rahmen der „Euthanasie“-Programme in der NS-Tötungsanstalt Bernburg (Saale) ermordet.

Am 31. Mai 2024 wurde in der Trommsdorffstraße 5 der erste Stolperstein in Erfurt verlegt – in Gedenken an Karl Klaar, der vor über 80 Jahren von den Nationalsozialisten zunächst entrechtet und später ermordet wurde. Seine Familie wusste lange wenig über sein Schicksal. Die Verlegung des Stolpersteins hilft, eine Lücke im Gedenken zu schließen.

Mitmachen und Erinnern lebendig halten

Die AG-Stolpersteine Erfurt lädt alle Interessierten ein, sich zu beteiligen – sei es bei der historischen Recherche, der Organisation neuer Verlegungen oder der Pflege bereits verlegter Steine. Interessierte sind herzlich zu unseren monatlichen Treffen eingeladen und können sich bei Fragen oder dem Wunsch nach weiteren Informationen per E-Mail an die AG zu wenden.

Gerne möchten wir Sie dazu ermuntern, Biografien von NS-Verfolgten zu recherchieren, mit welchen Sie sich in Ihrer Institution, Ihrem Verein, Ihrem Wohnumfeld oder Alltagsleben verbunden fühlen und derer Sie gedenken möchten.

Gemeinsam halten wir die Erinnerung wach und setzen ein Zeichen gegen das Vergessen!

Ihr wollt mitmachen? Dann schreibt uns einfach eine E-Mail.